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26.07.2010 11:43
(Fast) stressfreier Tag für Bankaktien
Ende gut, alles gut? An der Börse herrscht Erleichterung nach Veröffentlichung der Stresstests. Nahezu alle Bank-Aktien legen zu – mit Ausnahme der Deutschen Bank. Der Branchenprimus hat wichtige Daten verheimlicht.
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Der Stress ist vorbei. Europaweit steigen am Montag die Banktitel, nachdem am Freitagabend nach Börsenschluss die Stresstest-Ergebnisse verkündet worden waren. Nur sieben von insgesamt 91 Banken waren durchgefallen, darunter fünf spanische Sparkassen. Der Stoxx-600-Bankenindex notiert etwas fester und zählt zu den besten Branchenindizes am Montag. Starke Kursgewinne verzeichnen die französischen und britischen Bankwerte. Die Analysten der UBS sehen die britischen, skandinavischen und französischen Banken als Gewinner der Stresstests. Insgesamt seien die Resultate mit einem "bedingten Daumen hoch" zu bewerten und ein deutlicher Schritt nach vorne, schreiben die Analysten von Goldman Sachs in einer Studie.

Commerzbank größter Dax-Gewinner
Auch bei deutschen Banktiteln ist das Ende der Anspannung zu spüren. Die Aktien der Commerzbank steigen um 1,75 Prozent und sind größter Dax-Gewinner. Die Postbank-Titel steigen ähnlich stark im MDax. Händler hoben hervor, dass nach den Tests die Absicherungskosten für Kredite gefallen sind.

Heimlichtuer Deutsche Bank?
Lediglich die Aktien der Deutschen Bank rauschen nach unten. Sie büßen rund 1,5 Prozent ein und sind größter Dax-Verlierer. Zeitweise gaben sie gar um bis drei Prozent nach. Nach Ansicht eines Händlers "sind einige Anleger unzufrieden, weil die Deutsche Bank ihr Staatsanleihen-Portfolio im Stresstest nicht im Detail veröffentlichen wollte". Sechs der 14 deutschen Geldinstitute, die am Stresstest teilnahmen, legten ihr Engagement in europäischen Staatsanleihen nicht offen und ernten dafür Kritik der europäischen Bankenaufsicht CEBS. Die Bekanntgabe dieser Daten sei freiwillig gewesen, verteidigten sie sich. Die Deutsche Bank verwies darauf, dass im Juni schon die Zahlen genannt worden seien.

Zudem fürchten einige Anleger, dass die Deutsche Bank im Krisenfall für die nicht ganz so gut aufgestellte künftige Tochter Postbank geradestehen müsste. Die Postbank hatte den Test mit einer Kernkapitalquote von 6,6 Prozent im Extrem-Szenario nur knapp bestanden.

Warum steigt die Postbank?
Warum allerdings dann doch die Postbank-Aktien steigen, ist nicht ganz nachvollziehbar. Vielleicht honorieren die Anleger auch ein bisschen, dass die Postbank anders als die Deutsche Bank am Montag die Zahlen zu ihrem Engagement in europäische Staatsanleihen nachreichte. Demnach hielt sie zum 20. Juni 4,6 Milliarden Euro in italienischen Staatspapieren, 1,3 Milliarden Euro in griechischen, 1,2 Milliarden Euro in spanischen sowie 50 Millionen Euro in portugiesischen Staatsanleihen.

nb
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