Der Vergleich mit den Vorjahreszahlen liefert den Beweis: In Megawatt gerechnet konnte das Bonner Unternehmen von April bis Ende Juni 237 Megawatt absetzen ein Plus von 90 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr. Was allerdings nicht bedeutet, dass Solarworld auch im gleichen Maße mehr verdient hat. Die Einnahmen legten um 68,8 Prozent auf 227,1 Millionen Euro zu. Netto verdiente der Konzern 29,6 Millionen Euro, ein Plus von rund sechs Prozent. Damit fuhr Solarworld den höchsten Quartalsgewinn seiner Unternehmensgeschichte ein. Operativ verdiente Solarworld mit 56,4 Millionen rund 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
An der Börse sorgten die Solarworld-Quartalszahlen für wenig Überraschung. Sie tendieren am Nachmittag etwas schwächer als der Markt bei 11,30 Euro.
Gut für die Marge
Aus Sicht von Analysten besonders wichtig: Die operative Marge stieg im Vergleich zum Jahresauftakt um 3,7 Prozentpunkte auf 14,7 Prozent. Ende 2009 lag sie nur noch bei rund neun Prozent. Wegen des heftigen Preisverfalls in der Branche stand die Marge seit langem unter erheblichem Druck. "Dass die Zahlen die Markterwartungen übertroffen haben, ist gut, aber keineswegs überraschend", sagte ein Analyst. Wichtiger ist seiner Meinung nach die Nachricht, dass die operativen Margen gesteigert worden seien. Das bedeutet, dass das Unternehmen Preisrückgänge bei seinen Produkten kompensieren konnte und die Kosten im Griff hat.
J.R. Ewing macht den Podolski
Doch wie geht es nach der Reduzierung der Förderung für Solaranlagen auf dem Dach weiter? Solarworldchef Frank Asbeck bleibt optimistisch. Seiner Ansicht nach dürften die Rückgänge in Deutschland im Ausland kompensiert werden. Einen ähnlichen Torschlusspanik-Effekt wie in Deutschland erwartet Asbeck in Italien, wo die Förderung zum Jahreswechsel 2011 reduziert wird. Deshalb will Asbeck auch nicht von seiner Prognose für das Jahr 2010 ablassen. Er will den Umsatz von Solarworld "nachhaltig" über eine Milliarde Euro bringen.
Dazu beitragen soll in Zukunft vor allem auch der US-Markt. Während in Deutschland Lukas Podolski für das Bonner Unternehmen wirbt, konnte in den USA Larry Hagman als Werbefigur gewonnen werden. Der Schauspieler wurde vor allem durch seine Rolle als fieser Öl-Baron J.R. Ewing in der Serien "Dallas" bekannt.
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